Am 31. März 2026 erlebte Chinas intelligente vernetzte Automobilindustrie ein Meilenstein-Ereignis. Changan Automobile erhielt offiziell die Testlizenz für L4-Robotaxis, die einstimmige Genehmigung von sechs Abteilungen der Politik-Vorreiterzone Yongchuan in Chongqing, und markierte damit die vollständige Konformität im Bereich des fahrerlosen Testens.
Das Besondere an dieser Lizenz sind „volle Konformität“ und „alle Szenarien“. Nach der strengsten gemeinsamen Prüfung in der Pilotzone kann Changan Automobile in ausgewiesenen Gebieten vollständig fahrerlose Tests ohne Sicherheitsfahrer durchführen. Die Wahl von Chongqing als Testgelände ist offensichtlich eine bewusste Herausforderung an die komplexen Straßenverhältnisse dieser „magischen 8D-Stadt“, darunter komplexe Überführungen, Tunnel und steile Hänge sowie häufiger Nebel. Wenn die Tests in Chongqing erfolgreich abgeschlossen werden, bedeutet dies, dass die autonome Fahrtechnologie eine äußerst hohe Anpassungsfähigkeit und Zuverlässigkeit erreicht hat.
Das L4-Robotaxi ist kein isoliertes Prototypfahrzeug. Es basiert auf dem von Changan Automobile selbst entwickelten End-to-End-Großmodell „Tianshu“ und teilt sich die zugrunde liegende Algorithmusarchitektur mit den Serienmodellen der Stufen L2 und L3. Das bedeutet, dass Changan Automobiles hochentwickelte autonome Fahrtechnologie bereits die Fähigkeit besitzt, vom Kleinserientest zur Massenproduktion überzugehen. 2025 veröffentlichte Changan das „Tianshu Intelligent Driving“, das die Kernbereiche Fahren, Cockpit und Fahrwerk integriert, einschließlich End-to-End-Navigation, multimodaler KI-Modelle, verteilter E-Antriebe und Steer-by-Wire-Fahrwerk. Es ermöglicht eine unabhängige Steuerung der vier Räder, verkürzt die Antriebs- und Bremsreaktionszeit auf 10 Millisekunden, reduziert das Schleuderrrisiko um 76 % und kann die Flugbahn innerhalb von 0,1 Sekunden nach einem Reifenplatzer korrigieren. Darüber hinaus plant Changan, im dritten Quartal 2026 die Genauigkeit des selbst entwickelten Lidars auf über 200 Linien zu erhöhen, die Rechenleistung zu verdreifachen und gleichzeitig die Kosten im Vergleich zur Konkurrenz um 30 % zu senken, um die Erkennungsfähigkeit in Extremszenarien weiter zu verbessern.
Changans L4-Lizenz ist kein isoliertes Ereignis, sondern der jüngste Schritt seiner Strategie für hochentwickeltes autonomes Fahren. Am 20. Dezember letzten Jahres erhielt Changan gerade die erste L3-Sonderlizenz für autonomes Fahren des Landes mit dem Kennzeichen „渝AD0001Z“. Nur drei Monate später vollzog es den Sprung vom L3-„Legal auf der Straße“ zum L4-„Fahrerloses Fahren“ beim Testen. Dieses Tempo spiegelt die tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten in der aktuellen Branchen-Roadmap wider.
Von Ende 2025 bis Anfang 2026 erhielten die L3-Pilotfahrzeuge von Changan und BAIC Arcfox die Zulassung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie und begannen mit Straßentests auf festgelegten Strecken. Gleichzeitig plädieren einige „Überspringer“ dafür, L3 zu überspringen und direkt auf L4 für autonomes Fahren in allen Szenarien zu zielen. Hinter diesen beiden Ansätzen steht eine rationale Kalkulation des kommerziellen Wendepunkts: L3 löst die Fragen von Verantwortung und Versicherung beim Mensch-Maschine-Ko-Fahren und ebnet den Weg für die Regulierung; L4 zielt darauf ab, letztendlich den Sicherheitsfahrer abzuschaffen und den Höhepunkt künftiger Mobilitätsdienste zu erobern.Changan Strategie ähnelt eher einer „Zweigleisig“-Strategie. Durch die Massenproduktion von L3-Modellen sammelt sie Daten aus der realen Welt und Nutzerfeedback, während sie gleichzeitig die Robotaxi-Lizenz für vorausschauende L4-Validierungen nutzt. Auf diese Weise vermeidet sie sowohl die „Übergangsphase“-Falle, in die eine reine L3-Route geraten könnte, als auch das Problem des zu langen Kommerzialisierungszyklus einer reinen L4-Route. Der Schlüssel liegt in der „technologischen Gemeinsamkeit“: L2, L3 und L4 teilen sich dieselbe zugrunde liegende Algorithmusarchitektur. Fortschritte bei den höheren Fähigkeiten können wiederum das Fahrerassistenzerlebnis der Serienmodelle verbessern, während die von den Serienmodellen generierten Daten kontinuierlich die hochentwickelten Modelle trainieren und so einen positiven Kreislauf bilden.
Zusammenfassend hat Changan Automobile mit der „Zweigleisig“-Strategie eine Balance zwischen Kommerzialisierung und Zukunftsorientierung des autonomen Fahrens gefunden und damit der Branche einen weiteren Referenzweg aufgezeigt.