Der chinesische Markt für intelligentes Fahren durchläuft derzeit eine tiefgreifende Konsolidierung, bei der sich Ressourcen auf die Spitzenreiter konzentrieren und die technologischen Ansätze immer ähnlicher werden, das Marktgefüge jedoch noch nicht stabil ist. Einheimische Start-ups und eigenständige Marken haben aufgrund ihrer Fähigkeiten zur vollständigen Eigenentwicklung von Hard- und Software einen Vorteil bei der lokalen Anpassung, während die meisten ausländischen Marken aufgrund langsamer Algorithmus-Updates und unzureichender Lokalisierung zurückfallen.
Um diesen Trend umzukehren, beschleunigt die Volkswagen Group China die Umsetzung ihrer Technologiestrategie „In China, für China“ und vertieft die Zusammenarbeit im Bereich der künstlichen Intelligenz durch die Gründung des Joint Ventures CARIZON mit Horizon Robotics. Diese Zusammenarbeit hat das alte Modell der reinen Übernahme ausländischer Lösungen zugunsten von White-Box-Lizenzen aufgegeben und zielt darauf ab, ein unabhängig kontrollierbares KI-Fahrsystem aufzubauen sowie die Entwicklung und Massenproduktion von autonomen Fahrtechnologien der Stufen L3/L4 voranzutreiben.
Aufgabe des reinen Fremdbezugsmodells
Bisher waren die meisten ausländischen Marken auf fertige Lösungen angewiesen, die von der ausländischen Zentrale entwickelt wurden. Die Kernalgorithmen und KI-Basisfähigkeiten unterlagen der Kontrolle der Zentrale und waren daher kaum in der Lage, mit den komplexen städtischen Straßen und gemischten Verkehrsszenen in China umzugehen. Auch Volkswagens frühere Systeme litten unter konservativen Algorithmen und langsamen Iterationen. Durch die Zusammenarbeit mit Horizon Robotics erhält Volkswagen über CARIZON eine White-Box-Lizenz für die grundlegenden KI-Modelle von Horizon und entwickelt unabhängig die gesamte Algorithmuskette von der Sensorwahrnehmung über die Entscheidungsfindung bis hin zur Fahrzeugsteuerung, wodurch die Initiative für technologische Iterationen fest in der Hand bleibt.
Dieses Ökosystem integriert den C7H-Chip von CARIZON mit der GAIA-Datenplattform und bildet ein geschlossenes Forschungs- und Entwicklungssystem aus Hardware, Daten und Algorithmen, das die Probleme der schlechten Erkennungsgenauigkeit und unzureichenden Vorhersagefähigkeit ausländischer Standardlösungen unter komplexen Betriebsbedingungen löst.
Oliver Blume, CEO der Volkswagen Group, betonte, dass China der zentrale Innovationsmotor der Welt sei, insbesondere in den Bereichen künstliche Intelligenz und autonomes Fahren. Die lokale Entwicklung diene nicht nur dem chinesischen Markt, sondern ausgereifte Technologien würden auch weltweit exportiert. Volkswagen sehe China nicht mehr nur als Absatzmarkt, sondern als zentrales Forschungs- und Entwicklungszentrum für intelligente Technologien.
Zweigleisiger Ansatz: Massenproduktion und Vorforschung parallel
Volkswagens Fahrplan für den Aufstieg ist klar: Durch die parallele Umsetzung von „Iteration bestehender Produkte“ und „Entwicklung zukünftiger Technologien“ wird eine hohe Effizienz erreicht.
In der Massenproduktion haben die lokalisierten Technologien von Volkswagen bereits die Auslieferungsphase erreicht. Das fortschrittliche Fahrerassistenzsystem von CARIZON wurde fertiggestellt und soll im dritten Quartal 2026 erstmals in sieben neuen Elektromodellen der drei Joint Ventures zum Einsatz kommen. Das System unterstützt eine Navigation in allen Fahrszenarien und schließt damit eine Lücke in der Stadtfahrfähigkeit.
Ab 2027 wird das System vollständig an die CEA-Elektrik/Elektronik-Architektur angepasst, die Aufrüstung der Standards für neue Energiefahrzeuge ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Zuvor war das CARIZON-System bereits in die Modelle 06/07 von Zhonghua integriert worden, mit Funktionen wie Highway Navigation und Memory Parking, wodurch lokale Straßendaten und Erfahrungen in der Massenproduktion gesammelt wurden.
Im Bereich der fortschrittlichen Vorforschung wird die Zusammenarbeit die Einführung von L3/L4 beschleunigen. Mit der Rechenleistung von Horizon wird Volkswagen den offiziellen Start der L3-Autonomie auf die zweite Jahreshälfte 2027 vorziehen.
Ralf Brandstätter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Volkswagen Group China, erklärte, die Marke werde sich auf Sicherheit konzentrieren, ein maßstabsetzendes High-End-Fahrassistenzsystem aufbauen und auf lokalen KI-Modellen basierend eine schnelle und sichere Bereitstellung erreichen.
Aus Wettbewerbssicht schließt diese Anordnung eine Lücke bei Volkswagen.Aus Wettbewerbssicht schließt diese Anordnung die Schwächen von Volkswagen. Im Markt für reine Elektrofahrzeuge um 200.000 RMB sichern sich einheimische Marken mit ihren Vorteilen im intelligenten Fahren Marktanteile, während die Preissetzungsmacht ausländischer Marken kontinuierlich geschwächt wird. Volkswagen kombiniert lokale Full-Stack-Entwicklung mit Fahrwerksabstimmung und Sicherheitsvorteilen, wodurch traditionelle Ingenieursfähigkeiten mit lokaler Technologie zusammenwirken und das Klischee über ausländische Marken, die in der Intelligenz zurückliegen, durchbrochen wird.